Die Vertreibung der Deutschen aus menschenrechtlicher Sicht


Vom Menschrechts-Symposium an der Universität von St. Louis (USA) 24. - 26. Februar 2010

Prof. Alfred de Zayas – wegen seiner Sachkunde und klaren Ausdrucksweise weltweit bekannt – tritt erneut für die Menschenrechte auch für Deutsche ein!
Hier einige Auszüge aus seinem Grußwort zum Thema Vertreibung der Deutschen:

"Sofern das Gewissen der Menschheit jemals wieder empfindlich werden sollte, werden diese Vertreibungen als die unsterbliche Schande aller derer im Gedächtnis bleiben, die sie veranlasst oder sich damit abgefunden haben…Die Deutschen wurden vertrieben, aber nicht einfach mit einem Mangel an übertriebener Rücksichtnahme, sondern mit dem denkbar größten Maß an Brutalität." (Zitiert aus "Our Threatened Values" des Engländers Victor Gollancz, Seite 96)

De Zayas: Nach meinem Gefühl hätte Gollancz´ Buch an jeder Schule Pflichtlektüre sein müssen. Und er fragt: Könnte die Vertreibung auch als Völkermord bewertet werden?

Artikel II der Völkermord-Konvention von 1948, so de Zayas weiter, bestimmt:

"Völkermord bedeutet jede der nachfolgend aufgeführten Handlungen, die mit der Absicht ausgeführt wurden, eine nationale, ethische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören wie

  • Mitglieder der Gruppe zu töten;
  • Mitgliedern schwere körperliche oder seelische Schäden zuzufügen;
  • Vorsätzlich die Gruppe Lebensbedingungen auszusetzen, die auf ihre Physische Vernichtung als Ganzes oder teilweise abzielen …"
Mehrere Völkerrechtsprofessoren, darunter die Professoren Felix Ermacora, Dietrich Blumenwitz, Gilbert Gornig und ich selbst sind davon überzeugt, dass die Tatumstände der Vertreibung der Deutschen unter Artikel II der Völkermordkonvention fallen und dass die Absicht zum Völkermord beweisbar ist. Die Befehle und Reden der polnischen und tschechischen politischen und militärischen Führer von 1945 belegen diese Absicht… Opfer wurden zu Opfern gemacht wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe: Die Juden wurden ermordet, weil sie Juden waren; die Deutschen wurden ermordet, weil sie Deutsche waren und die bosnischen Muslime wurden ermordet, weil sie bosnische Muslime waren.

De Zayas erinnert an die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse. "Die durch die Nazis im zweiten Weltkrieg veranlassten Vertreibungen wurden als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit betrachtet" und 1946 im Urteil bestätigt. Bei Anwendung der gleichen Kriterien bewirkte auch die Vertreibung der Ostdeutschen auf gleiche Weise Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit.

Alle Opfer haben ein Recht auf Wahrheit, Wiedereingliederung in die Gesellschaft, Entschädigung, Versöhnung und Gleichheit ohne jegliche Diskriminierung - weil alle Opfer die gleiche Menschenwürde besitzen…

Prof. Dr. Alfred de Zayas, Geneva School of Diplomacy.



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Zitate zur Lage

Der Versuch, eine Aufarbeitung der Vertreibung der Deutschen zu unterbinden, weil dies angeblich einer "Aufrechnung" gleichkomme, verkennt die Menschenrechte der Vertriebenen und somit schließlich der übrigen Menschen. Es ist Hohn und Unbarmherzigkeit den Opfern gegenüber. Der Vorwurf der Aufrechnung kommt aus der Waffenkammer des Totalitarismus, in dem das Individuum nichts gilt. Der Vorwurf der Aufrechnung bedeutet Diffamierung und zugleich eine Einschüchterung der Opfer…
(Prof. Alfred M. de Zayas, US-Völkerrechtler und Historiker)