Mäuschenstill wird es in Berlin, wenn es um klare Worte zu Flucht und Vertreibung, zur historischen Wahrheit und den Menschenrechten geht. Außer verdrucksten Reden hat die deutsche Politik nicht viel übrig für ihre Bürger.

Anders klingt, was der amerikanische Völkerrechtler Prof. Dr. Alfred de Zayas zu sagen hat:

"Der Zweite Weltkrieg war zwar der Anlaß, nicht aber die Ursache der Vertreibung. Der heute oft behauptete einfache kausale Nexus zwischen Krieg und Vertreibung überzeugt nicht und ist zudem wissenschaftlich unhaltbar. Das Kriegsende wäre ohne Vertreibung der Ostdeutschen durchaus denkbar gewesen. Die Rheinländer wurden von den Franzosen und Niederländern nicht nach Osten vertrieben. Weshalb wurden die Ostpreußen und Sudetendeutschen nach Westen verjagt? Ursache der Vertreibung waren die freien Entscheidungen einer nicht allzu großen Zahl von Politikern mehrerer Staaten, deren langfristiges geopolitisches Kalkül 1945 in die größte Vertreibung der Geschichte mündete. Darum sind Pauschalurteile über oder sogar gegen die Vertriebenen unangebracht und eigentlich menschenverachtend. Kollektive Schuld gibt es nicht, und die manchmal angewandte Täter-Opfer-Schablone hilft niemandem.

Als Nichtdeutscher möchte ich allen Opfern meinen persönlichen Respekt und mein Mitgefühl zusichern - allen Opfern, egal ob Polen, Tschechen, Slowaken, Russen, Serben, Kroaten, Slowenen, Ukrainer, Juden, Deutsche oder Österreicher."

Zitiert aus Alfred de Zayas, "50 Thesen zur Vertreibung", Verlag Inspiration Un Limited, London/München.



Zurück Weiter

Zitate zur Lage

Der Versuch, eine Aufarbeitung der Vertreibung der Deutschen zu unterbinden, weil dies angeblich einer "Aufrechnung" gleichkomme, verkennt die Menschenrechte der Vertriebenen und somit schließlich der übrigen Menschen. Es ist Hohn und Unbarmherzigkeit den Opfern gegenüber. Der Vorwurf der Aufrechnung kommt aus der Waffenkammer des Totalitarismus, in dem das Individuum nichts gilt. Der Vorwurf der Aufrechnung bedeutet Diffamierung und zugleich eine Einschüchterung der Opfer…
(Prof. Alfred M. de Zayas, US-Völkerrechtler und Historiker)